Multiresistenter Staphylococcus Aureus (MRSA)
Karl Heinz Schniewind wurde 1999 während seiner Behandlung in verschiedenen Krankenhäusern mit einer völlig harmlosen Pest infiziert. Harmlos, weil es sich um eine Infektion mit Keimen handelt, die "ubiquitär" ( = allgegenwärtig) sind und dem gesunden Menschen überhaupt nichts ausmachen. Pest, weil es kein Medikament gegen seine Ausbreitung gibt. Denn gegen diejenigen Medikamente, die wir gegen ihn einsetzen könnten, nämlich Antibiotika, ist er weitgehend immun.
Die sinnvollste Behandlungsmethode bei MRSA-infizierten Menschen ist - das bestätigt unsere Erfahrung - den Patienten aus dem Krankenhaus herauszuholen und ihn so weit wie möglich von Antibiotika fernzuhalten. Sobald eine normale und gesunde Keimbesiedlung der Haut und Schleimhäute möglich wird, können sich die resistenten Stämme offenbar nicht halten.
Das klingt genauso grotesk, wie es tatsächlich ist. Das MRSA-Problem haben wir uns selbst gebastelt. In Ländern, in denen Antibiotika nicht verschreibungspflichtig sind, ist das Problem eklatant. Hierzulande sieht es noch relativ harmlos aus. Was aber viel zu gerne vergessen wird: Wer immer preisbewusst Fleischwaren einkauft, sorgt für seine tägliche Antibiotika-Gabe. Fleischerzeugung in industrieller Tierhaltung ist ohne permanente Antibiotika-Zugabe zum Tierfutter nicht machbar.
Das Thema wird aber ziemlich totgeschwiegen, obwohl erstzunehmende Stimmen schon seit Jahren warnen: Resolution der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
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Resolution der AWMF
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